Eishockey WM 2012 in Helsinki, Finnland und Stockholm, Schweden

Spielberichte DEB-Team Eishockey WM 2012 in Finnland & Schweden 04. 05. 2012
Deutschland vs Italien 3 : 2 Spielberichte
Deutschland vs Lettland 2 : 3 Spielberichte
Russland vs Deutschland 2 : 0 Spielberichte
Schweden vs Deutschland 5 : 2 Spielberichte
Deutschland vs Dänemark 2 : 1 Spielberichte
Deutschland vs Norwegen 4 : 12 Spielberichte
Tschechien vs Deutschland 8 : 1 Spielberichte
 
   
Freitag,  04. 05. 2012 Deutschland vs Italien 3 : 2 1:0-2:1-0:1
   
  Der deutsche Spieler Alexander Bara und der Italiener Christian BorgatelloDeutschland startet mit Sieg in die Eishockey-WM

Christoph Schubert erzielte den ersten Treffer für Deutschland bei dieser WM. - Foto: dapd

Deutschland hat mit dem ersten WM-Sieg seit 20 Jahren gegen Italien die Hoffnung der Fans auf eine erfolgreiche Eishockey-WM genährt, offenbart zum Auftakt aber noch viel Luft nach oben.

Das Team von Bundestrainer Jakob Kölliker mühte sich am Freitag im ersten Spiel der 76. Weltmeisterschaft in Stockholm zum 3:0 (1:0, 1:0, 1:0)-Arbeitssieg gegen den schwachen Aufsteiger. Christoph Schubert von den Hamburg Freezers (17. Minute), Düsseldorfs Patrick Reimer (23.) und Christopher Fischer von den Grizzly Adams Wolfsburg (46.) schossen den dritten WM-Auftaktsieg eines deutschen Teams in Serie heraus. Nach dem 2:1 gegen die USA 2010 war Deutschland überraschend bis ins Halbfinale gestürmt. Auch im vergangenen Jahr hatte das Team des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nach einem 2:0-Sensationserfolg über Russland das Viertelfinale erreicht, was wegen der damit verbundenen Olympia-Qualifikation für Sotschi 2014 auch diesmal wieder das Ziel ist.

Allerdings wartet auf Kölliker und sein Team noch Arbeit, um auch gegen die Top-Nationen zu bestehen. Auch NHL-Star und DEB-Kapitän Marcel Goc, der erst am Donnerstag erstmals mit dem Team trainiert hatte, blieb noch blass. Wie so oft gegen die „Azzurri“ tat sich Deutschland auch diesmal, fast auf den Tag genau 20 Jahre nach dem bislang letzten WM-Sieg gegen Italien, wieder schwer. Seit dem 6:2 am 3. Mai 1992 in Bratislava hatte es vier Pleiten und ein Unentschieden bei Weltmeisterschaften gegen Italien gegeben.

Schon zu Beginn fand Deutschland gegen sehr defensiv spielende Italiener nur schwer in die Partie. Auch die extrem leere Halle in Stockholm bereitete einen seltsamen Rahmen, in dem so gar keine WM-Stimmung aufkommen wollte. Zu Beginn verirrten sich gerade einmal rund 300 Fans in dem riesigen, 13 850 Zuschauer fassenden Globen. Später wurden als offizielle Zuschauerzahl 1033 verkündet.

Auch die gespenstische Kulisse mag daran gelegen haben, dass das DEB-Team in gleich drei Überzahlsituationen im ersten Drittel nicht die nötige Entschlossenheit entwickelte. Erst ein fulminanter Schlagschuss von Nationalmannschafts-Rückkehrer Schubert auf Zuspiel von Mannheims Christoph Ullmann in den rechten Torwinkel ließ dem klasse parierenden Goalie Daniel Belissimo keine Chance. Schubert bestritt zuletzt vor drei Jahren eine WM für Deutschland.

Mit mehr Scheibenglück startete das Kölliker-Team ins zweite Drittel. DEG-Torjäger Reimer schnappte sich neben dem italienischen Tor einen Querschläger von Ullmann und staubte routiniert zum verdienten 2:0 ab. Allerdings gab Reimers zehnter Treffer im 36.

Länderspiel Deutschland nicht die nötige Ruhe. Fortan zeigte das DEB-Team immer wieder Abschlussschwächen vor dem italienischen Tor und nervöse Abspielfehler in der eigenen Defensive, die gegen die noch kommenden Vorrundengegner Russland (8. Mai), Schweden (9. Mai) oder Tschechien (15. Mai) sicherlich nicht so glimpflich verlaufen wie gegen die schwachen und harmlosen Italiener.

Auch im Abschlussdrittel blieb das Bild unverändert. Deutschland mühte sich gegen defensiv hart arbeitende Italiener ab. Verteidiger Fischer gelang bei seinem WM-Debüt im 22. Länderspiel mit einem verdeckten Schuss schließlich der Endstand.
  
   

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Sonntag, 06. 05. 2011 Deutschland vs Lettland 2 : 3 0:1-2:1-0:1
   
  Dennis Endras der große Rückhalt des DEB-TeamsDeutschland verliert 2:3 gegen Lettland

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft verlor am 6. Mai 2012 bei der Weltmeisterschaft das zweite Gruppenspiel gegen Lettland mit 2:3 (0:1, 2:1, 0:1).

Nachdem Deutschland bei der 76. Eishockey-Weltmeisterschaft gut ins Turnier startete und einen 3:0-Sieg gegen Italien feierte, ging es am Sonntag, 6. Mai gegen den WM-13. von 2011. Die Letten verloren ihr Auftaktspiel erwartungsgemäß gegen Russland mit 2:5.

Deutschland startete mit Dennis Endras im Tor, mit Florian Ondruschka und Christopher Fischer in der Abwehr sowie Kai Hospelt, John Tripp und Sebastian Furchner im Angriff.

Die Starting Six von Lettland war Edgars Masalskis im Tor, die beiden Verteidiger waren Krisjanis Redlihs und Guntis Galvins, die Stürmer waren Miks Indrasis, Mikelis Redlihs und Janis Sprukts.

Viele Scheibenverluste der deutschen Mannschaft – 0:1-Rückstand nach dem ersten Drittel

Lettland hatte in der 1. Minute die erste Chance des Spiels, Dennis Endras im deutschen Tor wehrte den Schuss von Daugavins mit dem Schoner ab. Cipulis hatte kurz darauf aus dem Slot eine weitere Möglichkeit. Lettland kam in der Anfangsphase des Spiels durch druckvolles Spiel immer wieder zu Chancen und beschäftigte die deutsche Verteidigung. Die Deutschen tauchten nur gelegentlich vor dem gegnerischen Tor auf. Nach einem Fehlpass der deutschen Mannschaft in der 12. Minute nutzte Indrasis nach Assists von Sprukts und Galvins die Situation zur 1:0-Führung für Lettland. In der 16. Minute hatten die Kufenflitzer mit dem Adler auf der Brust durch Sinan Akdag die bis dato beste Möglichkeit. Sein Schuss nach Pass von Philip Gogulla wehrte Masalskis im Tor der Letten ab. John Tripp stocherte kurz darauf die Scheibe fast ins Tor, wieder aber war Masalskis zur Stelle. Zur Drittelpause führte Lettland verdient mit 1:0.

Nach zwischenzeitlichem 0:2-Rückstand spielte Deutschland ein starkes Mitteldrittel – Tore durch Tripp und Hospelt

Die deutsche Mannschaft kam etwas aggressiver aus der Kabine, Denis Reul und Nicolai Goc versuchten es mit Schüssen auf das lettische Tor. Nach einem Break erhöhte Lettland in der 24. Minute durch Mikelis Redlihs nach Zuspiel von Sprukts auf 2:0. Eine Minute später gelang Deutschland der wichtige 1:2-Anschlusstreffer. John Tripp nutzte einen Bullygewinn und beförderte den Puck nach Assist von Kevin Lavallée in die Maschen. Lettland hatte kurz darauf die Chance zum 3:1. In der Mitte des zweiten Drittels kamen Christoph Schubert und Kapitän Marcel Goc zu Möglichkeiten für die deutsche Mannschaft. Die DEB-Auswahl wurde nun zunehmend selbstbewusster. Nach Pfostenschuss von Patrick Reimer erzielte Kai Hospelt in der 33. Minute den 2:2-Ausgleich. Der Offensivdrang der Letten nahm jetzt deutlich ab, Deutschland verteidigte schon im Angriff. Christoph Ullmann hatte kurz vor der Drittelpause die Möglichkeit zur Führung, die Scheibe knallte aber an die Latte des lettischen Tores. Das Schussverhältnis von 11:3 bewies eindeutig den Willen der Schützlinge von Bundestrainer Jakob Koelliker.

Eine unnötige Strafe im Schlussdrittel kostete der deutschen Mannschaft die mögliche Verlängerung

Zu Beginn des Schlussdrittels gab es die erste Strafzeit des Spiels. Kai Hospelt musste wegen hohen Stocks für zwei Minuten auf die Bank. Trotz guten Powerplays der Letten konnte sich die deutsche Mannschaft immer wieder befreien und überstand das Unterzahlspiel. Danach hatte Lettland eine Großchance durch Indrasis. In der 45. Minute musste Thomas Greilinger wegen Haltens in die Kühlbox. Auch das zweite Penaltykilling war erfolgreich. Es ergaben sich jetzt Möglichkeiten auf beiden Seiten, das Spiel war absolut ausgeglichen. Wegen Spielverzögerung bekam Florian Ondruschka in der 51. Minute eine Zeitstrafe aufgebrummt, die Folgen haben sollte. Die Letten nutzten dieses Mal das Überzahlspiel und gingen in der 53. Minute durch Sirokovs nach Assist von Daugavins mit 3:2 in Führung. Jakob Koelliker nahm 60 Sekunden vor Spielende Dennis Endras zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Aber die Letten verteidigten mit Mann und Maus die knappe Führung bis zum Ablauf der Spielzeit.

Nach 60 Minuten verlor Deutschland im Ericsson Globe Stockholm gegen Lettland etwas unglücklich mit 2:3 (0:1, 2:1, 0:1) und hat weiterhin drei Punkte auf dem Konto – Platz 3 in der Vorrundengruppe S.

Am Dienstag, 8. Mai 2012, 20:15 Uhr spielt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft im dritten Gruppenspiel gegen Russland.
Deutschland - Lettland 2:3 (0:1, 2:1, 0:1)

Tore:
0:1 Indrasis (11:09)
0:2 Mikelis Redlihs (23:10)
1:2 Tripp (24:58)
2:2 Hospelt (32:03)
2:3 Sirokovs (52:15)

Strafminuten: Deutschland 6, Lettland 0

Deutschland: Endras - Ondruschka, Fischer; Krueger, Schubert; Reul, Nikolai Goc; Lavallée, Akdag - Tripp, Hospelt, Furchner; Reimer, Ullmann, Gogulla; Kink, Barta, Kaufmann, Greilinger, Marcel Goc, Pietta
Lettland: Masalskis - Galvins, Krisjanis Redlihs; Bartulis, Cibulskis; Sotnieks, Pujacs; Lavins - Sprukts, Mikelis Redlihs, Indrasis; Daugavins, Sirokovs, Cipulis; Bukarts, Berzins, Meija; Kenins, Saulietis, Stals; Jass
Schiedsrichter: Levonen (Finnland), Reiber (Schweiz)

Zuschauer: 3000
 
   

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Dienstag, 08. 05. 2011 Russland vs Deutschland 2 : 0 1:0-0:0-1:0
   
  Zufrieden trotz Niederlage gegen Russland: DHB-Coach Jakob Kölliker (r.)Kämpferisches DEB-Team unterliegt Russland 0:2

Gegen die "Sbornaja" zeigte sich die Mannschaft von Trainer Jakob Kölliker stark verbessert. Heute Abend geht es gegen Gastgeber Schweden.

Eine leidenschaftlich kämpfende deutsche Eishockey-Mannschaft hat eine WM-Überraschung gegen die russischen Superstars nur knapp verpasst. Das Team von Bundestrainer Jakob Kölliker verlor gestern gegen den Rekordweltmeister zwar mit 0:2 (0:1, 0:0, 0:1), zeigte sich im dritten Turnierspiel in Stockholm aber deutlich verbessert. Mit einer ähnlich engagierten Vorstellung wie gegen die "Sbornaja" hat Deutschland auch im vierten Match heute Abend gegen Gastgeber Schweden (20.15 Uhr, Sport 1) die Chance, wichtige Punkte auf dem Weg ins Viertelfinale zu sammeln.

Das mit Weltklassespielern aus der nordamerikanischen NHL und russischen KHL gespickte Team von Coach Zinetula Biljaletdinow durfte dank der Treffer von Nikolai Scherdew (20. Minute) und Alexej Tereschenko (51.) jubeln. Die Cracks des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) stemmten sich unter den Anfeuerungsrufen der Fans gegen die Niederlage, mussten gegen die cleveren Russen aber doch die zweite Niederlage bei dieser WM hinnehmen.

Im Vergleich zum schwachen 2:3 gegen Lettland präsentierte sich die Mannschaft des DEB gegen die Russen zunächst wie ausgewechselt. Die Kölliker-Truppe wagte immer wieder forsches Pressing und kam durch den Ingolstädter Thomas Greilinger (2.) und Christoph Schubert (17.) früh zu guten Torchancen. Der Routinier von den Hamburg Freezers kümmerte sich in der Defensive vor allem um NHL-Topscorer Jewgeni Malkin - Russlands Superstar von den Pittsburgh Penguins kam ebenso wie Pawel Dazjuk von den Detroit Red Wings kaum zum Zug.

Die Deutschen zeigten sich vor 2897 Zuschauern deutlich engagierter in den Zweikämpfen und phasenweise zielstrebiger im Angriff.

Die Russen, die zum WM-Auftakt zwei souveräne Siege gegen Lettland (5:2) und Norwegen (4:2) gefeiert hatten, sahen sich im Finish immer druckvolleren Angriffen der Deutschen ausgesetzt. Einzig die Chancenverwertung blieb das Manko im Spiel der Kölliker-Auswahl. "Das Scheibenglück hatten heute die Russen", analysierte der Mannheimer Nikolai Goc die umkämpfte Partie.

Statistik:

Tore: 1:0 Scherdew (19:51), 0:2 Tereschenko (50:35)

Strafminuten: 10 / 10

Teams:
Russland:
Tor: Warlamow
Abwehr: Nikulin, Nikitin – Kalinin, Jemelin – Denisow, Medwedew
Angriff: Malkin, Popow, Pereschogin – Dazjuk, Kuljomin, Kusnezow - Tereschenko, Schirokow, Scherdew – Switow, Kokarew, Ketow

Deutschland:
Tor: Kotschnew (Atlant Mytischtschi)
Abwehr: Krueger (Charlotte Checkers), Schubert (Hamburg Freezers) - Ondruschka (Straubing Tigers), Fischer (Grizzly Adams Wolfsburg) - Lavallee (Kölner Haie), Akdag (Krefeld Pinguine) – Reul (Adler Mannheim), Nikolai Goc (Adler Mannheim)
Angriff: Hospelt (Grizzly Adams Wolfsburg), Tripp (Kölner Haie), Furchner (Grizzly Adams Wolfsburg) – Reimer (DEG Metro Stars), Ullmann (Adler Mannheim), Gogulla (Kölner Haie) – Kink (Adler Mannheim), Kaufmann (DEG Metro Stars), Barta (Malmö Redhawks) - Greilinger (ERC Ingolstadt), Marcel Goc (Florida Panthers), Pietta (Krefeld Pinguine)

Schiedsrichter: Baluska/Boman (Slowakei/Finnland)

Zuschauer: 2897

 
   

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Mittwoch, 09. 05. 2011 Schweden vs Deutschland 5 : 2 1:1-2:1-2:0
   
  John Tripp) ist enttäuscht, aber gegen die Schweden war nichts zu holenEine Lehrstunde in Sachen Eishockey

Gastgeber Schweden hat der deutschen Nationalmannschaft eine Lehrstunde in Sachen Eishockey erteilt und das Team um Bundestrainer Jakob Kölliker in seinem vierten WM-Vorrundenspiel 5:2 (1:1, 2:0, 2:0) geschlagen.

Bei den Toren von Marcus Kruger (2. Minute), Viktor Stalberg (27.), Erik Karlsson (29.), Niklas Persson (43.) und Johan Franzen (49.) wurden am Mittwochabend die immensen Schwächen im deutschen Defensivverhalten sichtbar - die verbesserte Chancenauswertung im Angriff, die zu den Treffern von Philip Gogulla (20.) und Patrick Reimer (38.) führte, verkam dabei zur Makulatur.

Für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) sieht es nach der dritten Niederlage in Folge düster aus: Um die Chance auf den Einzug ins Viertelfinale zu wahren, muss gegen Dänemark am Samstag (16.15 Uhr/Sport1) unbedingt ein Sieg folgen. Bitter für das deutsche Team: Im Verlauf des zweiten Drittels musste Nikolai Goc verletzt vom Eis - ob und wie lange der Verteidiger ausfällt, blieb zunächst ungewiss.

Teils haarsträubende Scheibenverluste

Nur 77 Sekunden dauerte es, bis Endras zum ersten Mal enttäuscht seine Maske hob: Kruger war um das deutsche Tor herumgeschlichen und testete den Goalie, der wieder für Dimitrij Kotschnew im Kasten stand, aus kurzer Distanz. Endras parierte den Schuss, war beim zweiten Versuch des Stürmers aber schließlich ohne Chance.

Die DEB-Auswahl verfiel nach dem frühen Gegentor in Schockstarre und konnte von Glück reden, dass die Schweden ihre zahlreichen Möglichkeiten so leichtfertig vergaben. Wenn Deutschland im ersten Drittel überhaupt einmal vor dem Tor von Viktor Fasth auftauchte, lag das lediglich an den teils haarsträubenden Scheibenverlusten der "Tre Kronor".

Schweden nur kurz beeindruckt

Nach einem kuriosen Überzahlspiel der Schweden schien lediglich die Höhe der Niederlage noch fraglich. Dann bewies Felix Schütz, der noch gegen Lettland und Russland auf der Tribüne gesessen war, dass der Bundestrainer mit seiner Aufstellung keinen Fehler gemacht hatte.

Der Kölner leitete mit seinem Alleingang in die schwedische Hälfte den Ausgleich ein: Über Alexander Barta und Kai Hospelt gelangte der Puck zu Gogulla, der buchstäblich mit der Schlusssirene des ersten Drittels den Ausgleich erzielte - eine kurze Beratung seitens der Schiedsrichter folgte, das Tor zählte.

Die Skandinavier zeigten sich allerdings nur kurz beeindruckt vom Überraschungstreffer der Deutschen und fuhren nach wenigen Minuten im zweiten Drittel wieder gefährliche Angriffe.

Die erneute Führung durch Stalberg nach gekonntem Querpass von Niklas Hjalmarrson und das 3:1 im Überzahlspiel durch Karlssons Treffer von der blauen Linie folgten konsequenterweise. Reimers Anschlusstreffer blieb Ergebniskosmetik, weil Persson und Franzen die Lektion vor 11.500 Zuschauern im Stockholmer Globen komplettierten.

Der achtfache Eishockey-Weltmeister Schweden kann nach dem Erfolg über Deutschland am Mittwochabend in Stockholm bereits über das Viertelfinale nachdenken.
 
   

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Samstag 12. 05. 2011 Deutschland vs Dänemark 2:1 0:0-1:1-1:0
   
  DEB-Stürmer Greilinger: Torschütze beim Sieg gegen DänemarkDeutschland gewinnt knapp gegen Dänemark

Die Chance aufs Viertelfinale bleibt bestehen: Deutschland hat bei der Eishockey-WM die Partie gegen Dänemark gedreht. Nach dem zweiten Turniersieg ist das Erreichen der K.o.-Runde wieder realistisch. In der Schlussphase drückte der Gegner, traf aber nur Pfosten und Latte.

Mit dem zweiten Sieg bei der Eishockey-WM hat die deutsche Nationalmannschaft ihre Chance auf Viertelfinal-Einzug gewahrt. Die DEB-Auswahl gewann in Stockholm 2:1 (0:0, 1:1, 1:0) gegen Dänemark und beendete im fünften Vorrundenspiel ihre Serie von zuletzt drei Niederlagen.

Nach dem Rückstand durch Morten Green (22. Minute) sorgten Thomas Greilinger (38.) und Philip Gogulla (49.) noch für den Erfolg. Eine Vorentscheidung im Kampf um den Viertelfinaleinzug könnte schon am Sonntag fallen. Dann (20.15 Uhr) spielt das DEB-Team (6 Punkte) gegen Norwegen (7), das derzeit den zum Weiterkommen benötigten vierten Platz belegt. Letzter Vorrundengegner ist am Dienstag Tschechien.

Die mit veränderten Angriffsreihen spielende deutsche Mannschaft startete gut, bereits in der 3. Minute hatten erst Felix Schütz und dann bei einem Konter Kai Hospelt eine große Chance zur Führung. Anschließend aber bestimmten die Dänen die Partie. Das Mitteldrittel begann mit dem 0:1-Gegentreffer denkbar schlecht für das Kölliker-Team. Unmittelbar vor dem Tor hatte sich Nikolai Goc von Kirill Starkov ausspielen lassen, der am deutschen Abwehrspieler vorbei einen Doppelpass mit der Bande spielte und auf Torschütze Green passte.

Die DEB-Auswahl brauchte lange, um sich vom Gegentor zu erholen. Der Spielaufbau war in der Folgezeit konzeptlos, es reihte sich Fehlpass an Fehlpass. Im Schlussdrittel spielte Deutschland wesentlich engagierter. Das Siegtor Gogullas war der verdiente Lohn für eine kämpferisch überzeugende Vorstellung. Spielerisch blieb das DEB-Team allerdings vieles schuldig - und hatte Glück, dass die Dänen in der Schlussphase nur Pfosten und Latte trafen.

Deutschland - Dänemark 2:1 (0:0, 1:1, 1:0)
0:1 (21:35) Green (Starkov)
1:1 (37:10) Greilinger (Fischer, Kaufmann)
2:1 (48:24) Gogulla (P. Reimer, Ullmann)
Deutschland: Endras - Krueger, Schubert, Reul, N. Goc, Lavallee, Onduschka, Fischer - Hospelt, Tripp, Rankel, Kink, A. Barta, Furchner, P. Reimer, Ullmann, Schütz, Gogulla, Kaufmann, Greilinger, M. Goc
Dänemark: Andersen - Philip Larsen, Stefan Larsen, Bodker, Daniel Nielsen, Jesper Jensen, Hersby, Kasper Jensen, Eskesen - Hansen, Frans Nielsen, Eller, Green, Starkov, Hardt, Madsen, Jakobsen, Jesper Jensen, Storm, Möller, Poulsen
Strafminuten: Deutschland 6, Schweden 2
Schiedsrichter: Baluska/Kurmann (Slowakei/Schweiz)
Zuschauer: 5.107
 
   

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Sonntag 13. 05. 2011 Deutschland vs Norwegen 4 : 12 0:3-1:6-3:3
   
   
  DEB-Debakel gegen NorwegenBlamage für deutsches Eishockey
Deutschland - Norwegen 4 : 12 (0:3-1:6-3:3)
Bei der Eishockey-WM geht Deutschland gegen Norwegen unter und verspielt die Chance auf das Viertelfinale. Gegen einen eigentlich ebenbürtigen Gegner setzt es eine deftige und hochverdiente 4:12-Niederlage.
Was für ein bitterer Tag für das deutsche Eishockey: Eigentlich hatte sich die deutsche Nationalmannschaft fest vorgenommen, im vorletzten WM-Vorrundenspiel gegen Norwegen zu gewinnen und so die Chance auf das Erreichen des Viertelfinales zu wahren. Auf dem Eis war davon aber rein gar nichts zu spüren. Von der ersten Spielsekunde an präsentierten sich die Skandinavier in der nur halbvollen WM-Arena von Stockholm schneller, durchsetzungsstärker und gieriger und überrollten die Deutschen mit einem 12:4 (3:0/6:1/3:3)-Kantersieg.
Bei Norwegen klappt alles, bei Deutschland nichts
Norwegen traf direkt mit dem ersten Versuch ins Tor und auch danach war fast jeder Schuss ein Treffer. Mit Patrick Thoresen (1. Minute, 2., 33.), Martin Røymark (6.), Lars Erik Spets (24.), Juha Kaunismaki (25.), Jonas Holos (28.), Per-Åge Skroder (34., 41.), Mats Trygg (35., 53.) und Mads Hansen (44.) durften sich acht Norweger in die Torschützenliste eintragen. Für das Team von Bundestrainer Jakob Kölliker, das in der Defensive keinen Zugriff auf die Norweger bekam und offensiv zu viele Chancen brauchte, trafen Patrick Reimer (39.), Justin Krueger (44.), Markus Kink (47.) und Christopher Fischer (58.).
Bezeichnend war die Szene, in der Deutschlands Torhüter Denis Endras nach dem Gegentreffer zum 3:12 aus eigenem Antrieb zur Bank fuhr, wutentbrannt seine Torwartkelle auf der Bande zertrümmerte und sich völlig frustriert selbst auswechselte. Endras und Dimitri Kotschnew, der zweite deutsche Goalie, hatten noch den geringsten Anteil an der verheerenden Niederlage.
In der Tabelle verteidigten die Norweger mit dem Sieg den vierten Platz. Sie haben nun zehn Punkte auf dem Konto und stehen sicher im Viertelfinale. Die Deutschen sind mit sechs Zählern Sechster. Die vier Punkte Rückstand auf die Norweger können sie im abschließenden Vorrundenspiel gegen Tschechien am Dienstag (15.05.2012, 16:15 Uhr MESZ) nicht mehr aufholen. Deutschland ist ausgeschieden, es sollte die Partie gegen Ex-Weltmeister und -Olympiasieger Tschechien aber nutzen, den desaströsen Eindruck der Niederlage gegen Norwegen ein wenig vergessen zu lassen.

Tore:
01. Min. 0:1 Thoresen
02. Min. 0:2 Thoresen
06. Min. 0:3 Røymark
23. Min. 0:4 Spets
24. Min. 0:5 Kaunsimäki
28. Min. 0:6 Holøs
33. Min. 0:7 Thoresen
34. Min. 0:8 Skrøder
35. Min. 0:9 Trygg
39. Min. 1:9 Reimer
41. Min. 1:9 Skrøder
42. Min. 2:10 Krüger
43. Min. 2:11 Hansen
46. Min. 3:11 Kink
53. Min. 3:12 Trygg
58. Min. 4:12 Fischer
 
   

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Dienstag 15. 05. 2011 Tschechien vs Deutschland 8 : 1 3:1-3:0-2:0
   
  Ratlos......1:8 – Deutschland erlebt nächstes Debakel
Kein Aufbäumen, kein Olympia-Ticket: Mit der zweiten peinlichen Klatsche innerhalb von 44 Stunden hat das deutsche Eishockey-Nationalteam bei der WM in Schweden und Finnland auch die direkte Olympia-Qualifikation praktisch verspielt.
Zwei Tage nach dem 4:12-Debakel gegen Norwegen und dem verpassten Viertelfinale verabschiedete sich die sichtlich mitgenommene Mannschaft von Bundestrainer Jakob Kölliker mit einem 1:8 (1:3, 0:3, 0:2) gegen den zwölfmaligen Weltmeister Tschechien aus dem Turnier und hatte damit nur noch theoretische Chancen auf ein frühes Olympia-Ticket.
Nur eine sensationell hohe Niederlage der Schweiz am späten Dienstagabend gegen die USA mit mehr als 16 Toren Differenz bringt Deutschland noch Platz neun in der Weltrangliste, für den das letzte Direkt-Ticket für die Winterspiele 2014 in Sotschi reserviert ist. Es gilt aber als sicher, dass die DEB-Auwahl ihr Olympia-Startrecht bei einem mühsamen Qualifikationsturnier im Februar des kommenden Jahres erkämpfen muss.
"Wir haben alles versucht und uns nicht aufgegeben", sagte Kölliker. Seine Spieler wurden deutlicher. "Nach so einem Spiel wie gegen Norwegen steckt man tief in der Scheiße. Da ist es schwer, wieder rauszukommen", so Alexander Barta, während Kapitän Marcel Goc feststellte: "Wir sind den Tschechen nur hinterhergelaufen. Das ist enttäuschend."

Letztes Spiel von Kölliker?
Für Kölliker, der vor einem Jahr die Nachfolge von Uwe Krupp angetreten hatte, war es vermutlich das letzte Spiel als Bundestrainer. Vor der WM galt es als sicher, dass der 58-Jährige künftig als mächtiger Sportdirektor die Geschicke im Deutsche Eishockey-Bund (DEB) lenkt. Allerdings könnte die schlechtesten WM-Platzierung seit dem sportlichen Abstieg 2009 sowie das teilweise blamable Auftreten auch zu einem Umdenken führen.
Vor etwa 2114 Zuschauern in Stockholm war dem Kölliker-Team die die Verunsicherung aus dem peinlichen Spiel gegen Norwegen deutlich anzumerken. Die Treffer für die Tschechen erzielten Ales Hemsky (2.), Lukas Krajicek (11.), Martin Erat (17.), Petr Koukal (26. und 45.), David Krejci (30.), Jiri Novotny (35.) und Miroslav Blatak (47.). Für den WM-Vierten von 2010 war Thomas Greilinger (8.)
erfolgreich.
Zu Beginn erhielten die DEB-Profis aufmunternde Anfeuerungen von den rund 200 angereisten deutschen Fans, die bei der Pleite gegen Norwegen noch mit Hohn und Spott reagiert hatten. Doch es nützte nichts: Bei Hemskys Sololauf war Ondruschka zu langsam und Dennis Endras im Tor machtlos. Endras, der gegen Norwegen sechs Mal hinter sich greifen musste und aus Frust seinen Schläger zertrümmert hatte, schien sich zunächst gefangen zu haben. In der sechsten Minute rettete der Finnland-Legionär zweimal spektakulär gegen Petr Tenkrat und Petr Prucha.
Beim Ausgleichstreffer im Überzahlspiel hatte Deutschland Glück. Bei Greilingers Schuss prallte der Puck vom Pfosten an den Fuß eines Abwehrspielers und von dort ins Tor. Doch das Glück hielt nicht lange an, die mit sechs NHL-Stars angetretenen Tschechen spielten fortan ihre technische und läuferische Überlegenheit eiskalt aus.

Tschechien siegt im Schongang
Auch im Mitteldrittel waren die deutschen Spieler fast immer einen Schritt zu langsam. Dabei hatte man das Gefüh, die Tschechen, die bereits vor der Partie als sicherer Virtelfinalteilnehmer festgestanden hatten, gar kein volles Tempo gehen würden. Unnötige Scheibenverluste und Strafzeiten der Deutschen machten es dem Olympiasieger von 1998 aber auch zu leicht.
Die Mann-gegen-Mann-Deckung, an der Kölliker trotz vieler Kritik festhielt, trug auch im Schlussdrittel nicht zur Stabilisierung bei. Ein wirkliches Aufbäumen gegen das nächste Debakel war bei der deutschen Mannschaft nicht spüren, einzig mit Undiszipliniertheiten fielen die Spieler auf. Bundestrainer Kölliker verfolgte die nächste Vorführung meist emotionslos mit nach vorne verschränkten Händen.
Kölliker hatte insgesamt drei Strumreihen personell durcheinandergewirbelt. Nur die bislang einzig wirklich gefährliche Angriffsformation mit Patrick Reimer, Christoph Ullmann und Philip Gogulla blieb unverändert. Nicht zum Einsatz kamen der verletzte Andre Rankel sowie Felix Schütz, der zugunsten eines zusätzlichen Abwehrspielers (Sinan Akdag) auf der Tribüne saß.

Statistik
Tschechien: Stepanek, Mrazek - Blatak, Nakladal; Krejcik, Caslava; Mojzis, Krajicek; Nemec - Michalek, Erat, Plekanec; Krejci, Tenkrat, Frolik; Koukal, Prucha, Hemsky; Koukal, Prucha, Hemsky; Nowotny, Vondrka, Petruzalek. - Trainer: Hadamczik
Deutschland: Endras (IFK Helsinki/50 Länderspiele) - Reul (Adler Mannheim/27), Nikolai Goc (Adler Mannheim/44); Krueger (Charlotte Checkers/42), Ondruschka (Straubing Tigers/16); Fischer (EHC Wolfsburg/28), Schubert (Hamburg Freezers/70); Lavallee (Kölner Haie/29); Akdak (Krefeld Pingine/14) - Tripp (Kölner Haie/98), Marcel Goc (Florida Panthers/78), Kink (Adler Mannheim/41); Greilinger (ERC Ingolstadt/95), Hospelt (EHC Wolfsburg/68), Furchner (EHC Wolfsburg/54); Kaufmann (Düsseldorfer EG/17), Barta (Malmö Redhawks/127), Pietta (Krefeld Pinguine/27); Reimer (Düsseldorfer EG/43), Ullmann (Adler Mannheim/123), Gogulla (Kölner Haie/107). - Trainer: Kölliker
Tore: 1:0 Hemsky (1:58), 1:1 Greilinger (7:36), 2:1 Krajicek (10:34), 3:1 Erat (16:05), 4:1 Koukal (25:01), 5:1 Krejci (29:55), 6:1 Novotny (34:22), 7:1 Koukal (44:34), 8:1 Blatak (46:32)
Schiedsrichter: Bulanow, Olenin (beide Russland)
Zuschauer: 2114
Strafminuten: Tschechien 4 - Deutschland 14
   

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